Zentrum für Interdisziplinäre Frühförderung
Autismus-Therapie und Heilpädagogik

C. Bauschke-Bertina      BHP-zertifizierte Einrichtung


 
 

Aktuelles

 

Artikel über unsere Autismus-Vortragsreihe vom 14.04.2015, derwesten.de

 

Vortragsreihe zum Thema Autismus

Ennepetal.Das Zentrum für Autismus-Therapie C. Bauschke-Bertina in Ennepetal veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Ennepetal und der Selbsthilfegruppe Autist-EN ab Mittwoch, 22. April, eine Vortragsreihe zum Thema Autismus: „Schritt für Schritt in die Gesellschaft“. Die  Schirmherrschaft hat Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen übernommen.Die Veranstaltungsreihe ist für fünf Abende konzipiert und endet im April 2016. Veranstaltungsort ist  das Hauses Ennepetal. Die Kosten pro Veranstaltung betragen acht Euro. Die Auftaktveranstaltung am 22. April steht unter dem Thema: „Autismus erkennen und verstehen“. Nach einer Begrüßung durch den Schirmherren und die Veranstalter wird der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Arne Schmidt eine Einführung unter dem Titel „Autismus-Spektrum-Störung“ geben. Anschließend spricht Nikola Nowack, Psychologin aus der Praxis Bauschke-Bertina über „therapeutische Ansätze im Autismus-Spektrum“. Abschließend berichtet Regine Winkelmann, die selbst Autistin ist, über „Autismus – die unsichtbare Behinderung“ Zweiter Termin im SeptemberDie 2. Veranstaltung am 16. September behandelt „Autismus im Kindergarten und der Grundschule“. Weiter geht es am 11. November mit dem Thema: „Autismus in Förder- und Weiterführenden Schulen“. Im März 2016 wird es um „Autismus in Ausbildung und Beruf“ gehen und im April 2016 schließlich werden Menschen mit Autismus über ihre Erfahrungen sprechen.Die genauen Themen werden in einem Flyer veröffentlicht, der zur Auftaktveranstaltung vorliegt.
 

Quelle: derwesten.de
 

 

 

Artikel über unsere Autismus-Therapie vom 07.05.2013, derwesten.de

Wenn die Mama ihr Kind nicht umarmen darf

Zentrum für Autismus-Therapie, Interdisziplinäre Frühförderung und Heilpädagogik für den Ennepe-Ruhr-Kreis. Leiterin Cordula Bauschke-Bertina, dahinter ihr Team.

 

Der Hollywood-Klassiker „Rain Man“ ist für viele Menschen die einzige Berührung, die sie jeweils mit autistischen Menschen hatten. Dustin Hoffmann bekam für die Darstellung des autistischen Raymond im Jahr 1989 sogar den Oscar verliehen. Zu Recht, wie Anna Schwabeland-Tuschy sagt. „Das kommt extrem nahe an bestimmte Ausprägungen der Krankheit heran.“ Sie muss es wissen, schließlich hat die Psychologin täglich mit Autisten zu tun. Sie arbeitet im Zentrum für Autismus-Therapie, das seit dem 1. März für den südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis zuständig ist.

Fast zeitgleich ging ein solches Zentrum auch in Witten an den Start, davor mussten Eltern und Betroffene stets mindestens bis nach Dortmund fahren – Wartezeiten auf einen Termin: mindestens ein Jahr. Das ist nun vorbei. Die Patienten können in Ennepetal bei Zentrums-Leiterin Cordula Bauschke-Bertina und ihrem Team aufschlagen.

Ist denn der Bedarf für ein solches Zentrum überhaupt vorhanden? „Wir haben aktuell 40 autistische Menschen in allen Altersklassen in Therapie“, sagt Bernhard Bertina, Ehemann der Leiterin und deren Stellvertreter. Die Diagnosezahl steige, sagt Anna Schwabeland-Tuschy. Das liege aber nicht daran, dass die Krankheit sich weiter verbreitet, sondern an einer differenzierteren Diagnostik, als sie noch vor zehn Jahren getätigt wurde. „Früher wurde alles unter ADHS verbucht. Bei etwa zehn Prozent schlugen die Ritalin und Co. allerdings nicht an, weil ausschließlich oder zusätzlich noch Autismus mit im Spiel war“, sagt die Expertin.

Bereits seit etwa zehn Jahren arbeitet das interdisziplinäre Team aus Heilpädagogen, Psychologinnen und Sozialpädagoginnen mit autistischen Menschen, vorwiegend Kindern und Jugendlichen zusammen. Nach zahlreichen Weiterbildungen und Zertifizierungen ist das Zentrum nun anerkannt.

Wie aber merke ich als Elternteil, dass mein Kind autistisch ist? Generell sei dies mit geschultem Blick ab etwa 18 Monaten zu erkennen, spätestens aber mit dem Eintritt in die Kita. Einschränkungen in der Kommunikation, im Sozialverhalten und in den Interessenslagen bilden die Triade für die Diagnose, wobei nur zwei Kriterien erfüllt sein müssen. „Anzeichen könnten sein, wenn das Kind stets allein spielt, oder fremdgesteuerten Körperkontakt, wie von der Mutter in den Arm genommen zu werden, ablehnt“, sagt Bernhard Bertina.

Ziel der Therapie ist es, den Autisten ein so selbstbestimmtes Leben wie eben möglich zu gewährleisten. „Ein Autist, kennt zum Beispiel den Busfahrplan der ganzen Stadt auswendig, ist aber nicht in der Lage dazu, in einen Bus einzusteigen und für ihn geht möglicherweise eine Welt unter, wenn der Bus zu spät kommt“, sagt Cordula Bauschke-Bertina. Daher werde jedes Kind ganz individuell betreut.

Spannend ist aus ihrer Sicht auch die Arbeit mit autistischen Erwachsenen. „Vor allem in diesem Bereich lernen wir jeden Tag hinzu“, sagt die Leiterin, die mit ihrem Team im EN-Kreis echte Pionierarbeit leistet.


 

Von Stefan Scherer, Quelle: derwesten.de


 

Artikel über die Selbsthilfegruppe Autismus vom 20.02.2013, derwesten.de

Wenn die Pause zum Stress wird 

Von links nach rechts: Jennifer Kollbach (Mutter eines betroffenen Kindes), Cordula Bauschke-Bertina (Praxisinhaberin), Anna Schwabeland-Tuschy (beratende Psychologin), Nikola Nowack (beratende Psychologin), Claudia Ossenberg-Diehl (Mutter und Sprecherin der Gruppe), Bianca Müller (Mutter), Regine Winkelmann (Mutter), Sabine Hofmann (Stadt Ennepetal), Bernhard Bertina (stellvertr. Leitung)


 

Sie sind Menschen, die Probleme haben Gestik und Mimik von Gesprächspartnern zu deuten. Viele verstehen Witze oder Zweideutigkeiten nicht. Sie sind wahrheitsliebend bis zur Selbstaufgabe und gleichzeitig absolut zuverlässig. Sie sind Autisten und ganz besondere Menschen. „Der Alltag mit einem autistischen Kind ist eine Herausforderung, sie brauchen feste Strukturen, aber sie geben einem unheimlich viel zurück“, erklärt Claudia Diehl, Mitinitiatorin der Selbsthilfegruppe „Autismus Ennepe-Ruhr“.

Bereits seit 2008 trifft sich ein fester Kreis Angehöriger von Autisten in den Praxisräumen der Heilpädagogin Cordula Bauschke-Bertina. „Ich habe viele Kinder in Therapie und sah die Not der Eltern“, erinnert sich Cordula Bauschke-Bertina an die Anfänge. So begann sie Treffen für die Eltern zu organisieren. „Anfänglich war die Hemmschwelle sehr groß, so dass es meist so war, dass wir vortragsartig einzelne Themen behandelten und die Eltern meist nur zuhörten.

Inzwischen sind die Eltern Fachleute auf den verschiedensten Themengebieten“, ist die Heilpädagogin sichtlich mit der Entwicklung zufrieden. Dass die Gruppe so lange im Verborgenen arbeitete erklärt Claudia Diehl so: „Es braucht Zeit ein Selbstbewusstsein aufzubauen.

Vielschichtiges Krankheitsbild

Wir mussten erst einmal ein Wir-Sind-Wir-Gefühl entwickeln.“

Jetzt hat die Selbsthilfegruppe „Autismus Ennepe-Ruhr“ den Schritt gewagt, sich unter dem Dach der KISS offiziell als Selbsthilfegruppe eintragen zu lassen. Denn befragt man Angehörige, so erzählen viele von denselben Problemen. „Autisten werden oftmals als stoffelig oder unfreundlich abgetan“, so der Tenor der Gruppe. Allerdings gibt es auch nicht einfach die Diagnose „Autismus“.

Die Krankheit hat ein vielschichtiges Krankheitsbild und ist unterschiedlich stark ausgebildet. Frühkindlicher Autismus bedingt meist eine geistige Behinderung, Asperger-Autisten zeigen hingegen meist oben genannte Kommunikationsstörungen. Alle Autisten wünschen sich eine eindeutige, reizarme Umgebung. „Autisten möchten ihr Umfeld verstehen, dass ist immer dann der Fall, solange es geregelt ist“, erklärt Claudia Diehl.

Einfachstes Beispiel hierfür ist ein Schultag. „In den Unterrichtszeiten fühlte sich meine autistische Tochter wohl, in den Pausen, wenn alle durcheinander laufen und nicht klar, was die anderen Kinder von einem erwarten, was das Stress pur für sie“, weiß Claudia Diehl. Heute erfährt Claudia Diehls Tochter aber viel positive Resonanz von Arbeitgebern. „Die Fähigkeit sich an einem Thema festzubeißen und absolut zuverlässig zu sein, schätzt heute ihr Arbeitgeber“, freut sich Claudia Diehl: „Man muss nur verstehen, dass Autisten einen trotzdem mögen, auch wenn sie es nicht immer zeigen können.“

Die Selbsthilfegruppe trifft sich einmal im Quartal. Die Ansprüche der Selbsthilfegruppe sind hoch: „Wir möchten Autisten Türen in die Gesellschaft öffnen, Ansprechpartner bei alltäglichen Problemen sein und praktische Lebenshilfe bieten.“ Nähere Informationen, Kontaktdaten und Termine gibt es im Internet unter: www.autist-EN.de oder unter  02333/75029 in der Praxis von Cordula Bauschke-Bertina.

 

Von Jacqueline Stork, Quelle: derwesten.de